Kiss the CoachKiss the Coach (USA 2013)
OT: Playing for Keeps

Regie: Gabriele Muccino
Darsteller: Gerard Butler, Jessica Biel, Catherine Zeta-Jones, Uma Thurman, Dennis Quaid, u.a.

Laufzeit: 102 Minuten
Freigabe: FSK 0

 

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Inhalt:
Als Fußballer war George Dryer ein Star, als Ehemann und Familienvater aber versagte er nach dem vorzeitigen Ende seiner Profikarriere an allen Fronten. Kurz bevor seine Ex-Frau Stacie den Sprung in eine zweite Ehe wagen will, versucht George wieder eine aktivere Rolle im Leben seines Sohnes zu spielen. Als er sich überreden lässt, das Team zu coachen, in dem auch sein Junge Fußball spielt, erregt das schottische Naturwunder nicht nur das Interesse von Stacie, sondern auch anderer attraktiver Fußballmütter.

Kritik:
Normalerweise treffe ich unsere Filmauswah immer so, dass meine bessere Hälfte sich nicht langweilt. Dann gucken wir vorwiegend Thriller, Actionfilme oder Komödien. Horrorfilme guckt er alleine, Schnulzen sehe ich mir alleine an. Aber als es gestern um die Auswahl ging, war ich mal ganz egoistisch, weil ich mal wieder einen richtig schönen Film sehen wollte. Ihr wisst schon, die Streifen zum “Hach!”-Machen. Also suchte ich “Kiss the Coach” aus, hab mir gedacht, wo Komödie drauf steht, ist vielleicht auch Komödie drin. Leider wurden meine Erwartungen diesbezüglich ein wenig enttäuscht, und überraschenderweise würde die Rezension von Sebastian und die Punktewertung wahrscheinlich ein bißchen besser ausfallen.

Kiss the CoachDie Geschichte von “Kiss the Coach” ist sicher nicht neu, aber dennoch ansprechend. Die Karriere des Fußballprofis George Dryer wurde offensichtlich jäh durch einen Unfall beendet und mit ihr scheinbar seine Ehe gleich mit. Er hat sich an verschiedenen Dingen versucht, beschließt nun aber, sich wieder um seinen Sohn kümmern zu wollen. Dabei tut er sich schwer und stellt obendrein fest, dass die Hochzeit seiner Ex-Frau Stacie mit ihrem neuen Freund bevorsteht. Und über einen Zufall kommt er zum Trainerposten der Fußballmannschaft seines Sohnes und schlägt sich dort überraschend gut. Dummerweise stehen auch die Mütter der Kinder auf den ehemaligen Profisportler und bringen ihn so in die ein oder andere mehr oder weniger unangenehme Situation. Nebenbei versucht er auch noch Stacie für sich zu gewinnen, und natürlich – ich fragte zwischen drin schon: “Wo bleibt denn die Finalkatastrophe?” – eskaliert die Situation zum Ende hin. Nach meiner Frage sah mich Sebastian verständnislos an. Aber so ist es doch immer, oder? Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Am Ende kommt dann eine große Katastrophe, und schließlich folgt das Happy End. Und richtig, genau so berechenbar ist die Story von “Kiss the Coach” und bietet daher keine Überraschungen. Die Geschichte ist an sich nicht langweilig, bietet aber auch keinen nennenswerten Spannungsbogen, sondern fährt eine konstante Nulllinie, ohne bemerkenswerte Ausschläge nach oben oder nach unten. Wenn man nett sein will, kann man einfach sagen, sie wäre ruhig und in einem bedächtigen Tempo erzählt. Was mich aber viel mehr gestört hat, waren die losen Fäden, die man nicht aufgenommen und aufgeklärt hat. So erfährt man beispielsweise nicht, was genau George Dryer eigentlich passiert ist, dass seine Karriere ein Ende fand. Und man erfährt auch nicht, wieso er und Stacie sich getrennt haben. Mich als Frau – wir hinterfragen doch jede Beziehung und analysieren unsere Männer – hat das sehr gestört.

Kiss the CoachVielleicht bieten die Charaktere ja Potenzial? Ja, das tun sie, zumindest zum Teil. Als Mutter war es leicht für mich, das Benehmen von Stacie nachzuempfinden. Wenn man Kinder bekommt, wird man in der Regel ein Stück weit erwachsen. Man sieht Dinge aus einer anderen Perspektive und geht vielleicht auch ein Stück besorgter an das Leben heran als vorher. Und Jessica Biel hat das auf der Leinwand ganz wunderbar verkörpert, aber man hat durchaus auch die alte, unbeschwerte Stacie durchblitzen sehen. Und auch Gerard Butler als George hat einen guten Job gemacht, vom verantwortungslosen Kindskopf hin zum erwachsenen (Ehe-)Mann und Familienvater. Keine zu rasante Entwickung, aber dennoch eine erkennbare Veränderung. Die beiden harmonierten wirklich gut, und daran gab es auch überhaupt nichts zu bemängeln. Nebencharaktere blieben eben Nebencharaktere, und auch wenn hier ein wahres Staraufgebot aufgefahren wurde, hat doch niemand die Protagonisten von ihrem Platz verdrängt. Allerdings frage ich mich ersnthaft, wieso der Film als Komödie deklariert war? Wegen der völlig überzogenen Auftritte von Dennis Quaid, Uma Thurman und auch Judy Greer. Sie waren nicht komisch, sondern allenfalls zu einem müden Schmunzeln animierend. Und genau diese Szenen wirkten so oberflächlich und deplaziert, dass sie überhaupt nicht in den Film gepasst haben. Lobenswert zu erwähnen, wäre da fast schon der Auftritt von Catherine Zeta-Jones, die nur minimal überzogen wirkte und ihre Rolle alles in allem auch überzeugend spielte, allerdings auch eher oberflächlich blieb. Das einzige echte Grinsen entlockte einem Georges Vermieter, der nun wirklich leider nur eine Randfigur war. Tja, und so ist “Kiss the Coach” eigentlich nichts so richtig. Weder Komödie, denn die Story und die Gagdichte geben nichts komödiantisches her, noch ein Drama, denn in dieses Schema passen leider die überdrehten Nebencharaktere so gar nicht.

Fazit:
4Leider blieb “Kiss the Coach” weit hinter den Erwartungen zurück, und die waren noch nicht einmal besonders hoch, wie ich gestehen muss. Man hätte es hier lieber bei Gerard Butler und Jessica Biel als tragende Stars belassen und auf das restliche Aufgebot verzichtet. Ebenso hätte man auf die völlig überspielten Nebenhandlungen verzichten und in der Richtung ein wenig herunterfahren sollen, dann wäre der Film ein hübsches, kleines Drama gewesen, das zwar kein Kassenschlager gewesen wäre, aber dafür nett anzuschauen. So ist er leider nur eine Komödie mit dem Prädikat “Wie stopfe ich so viele Hollywood-Größen wie möglich in 102 Minuten?”, die nicht witzig ist. Schade.

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Ela

Die Cheffin bei www.review-corner.de
Ich bin Ela, 34 Jahre alt und sozusagen die Justizia des Blogs. Ich sorge für ein wenig Ausgleich, indem ich Frauen- und Jugendromane sowie Filme aus der ähnlichen Sparte rezensiere. Von mir kommen also quasi die Rezensionen zu den Filmen und Büchern mit Stil und Anstand. Oder so. :)